THEATER & REGIE (Wort, Spiel, Gestaltung)

Seit über 40 Jahren bin ich dabei, im Prozess mit anderen Künstlern Theater zu schaffen. Mal als Spieler, mal als Autor, mal als Regisseur, mal sogar als Grafiker und Werbefachmann oder gar Bühnen- und Kostümbildner. Die Projekte sind erfolgreich gewesen, und teilweise sogar berühmt geworden. Meine Person dagegen… relativ anonym geblieben. Eine Leistung, auf die ich stolz und dankbar bin. Der Fokus auf das Produkt statt auf meine Person, und das Teilen des gemeinschaftlichen Prozesses hat mir eine Freiheit gewährt und ein Menschenbild geprägt, zu denen ich sehr stehe.

Am Anfang von jedem Stück steht eine Idee. Manchmal ist das noch nicht mal ein Wort. Und dann keimt es wie eine Wiese, bis dann und wann eine ganze Landschaft entsteht. Dann geht man mit der Schere ran… macht schnipp schnipp schnipp… bis der Blick möglichst ungetrübt auf das besondere „Etwas“ geschärft ist. Und dann trägt man es vor… in die Welt… vor ein Publikum… und gibt es frei.

Die Theaterjahre meiner Jugend in Minneapolis lehrten mich das Handwerk und das Wort, die Jahre mit Kit-n-Kaboodle Clown Theater in California den Spaß und den Slapstick. Im Europa der 80er Jahre machten wir mit 3 Wheel Circus als Fools-Theater in über 16 Ländern den Boden weich für die „Weihen des höheren Blödsinns“. Und im Berlin der 90er Jahre kam ich dann wieder zur Stille zurück als Autor und stummer Clown. Immer wieder Regie. Immmer wieder die Gründung neuer Projekte, und als Krönung meiner darstellerischen Tätigkeit die Jahre mit Flöz — ein Maskentheater vom Feinsten, voller Poesie und Leidenschaft.

Seit ein paar Jahren wende ich mich der Neugestaltung eines frischen Lebensabschnitts zu mit dem Aufbau einer Clownschule in Berlin und der Arbeit an meinen vielen noch unrealisierten Roman-Ideen, die ich jetzt versuche, in die Tasten zu hauen.

Dabei denke ich oft an einen meiner Lieblingsautoren, und an dieses Gedicht
von Erwin Strittmatter: